Lernen statt Luxus

Vorspann: 2007 musste der Bezirk die ehemalige Kurt-Held-Grundschule an das Land abgeben. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde an einen privaten Eigentümer verkauft, der es 2017 für 12,5 Millionen Euro weiterverkaufte. Nun soll es nun erneut den Besitzer wechseln. Die Nachbarschaft will es wieder in die Hände der Kommune bringen.

Wrangelkiez 2007: Die Görlitzer Straße ist blockiert, Demonstrant*innen stehen zwischen Rauch und Transparenten. Ihr Protest richtet sich gegen die Schließung der Kurt-Held-Grundschule. Zu diesem Zeitpunkt ist die Schule ist nicht vollständig ausgelastet, sie deshalb zu verkaufen, sei jedoch die kurzsichtigste aller Lösungen, finden sie.

Der Protest der Nachbar*innen und Eltern half nicht, die Schule wurde geschlossen und das denkmalgeschützte Gebäude zur privaten Esmod-Modeschule. Die Wut im Kiez war groß. Das Bildungsnetzwerk „Wrangelkiez macht Schule“ entstand, das sich der Sprachförderung und vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung widmet.

Der ›monstermäßige Laternenumzug‹ | Demonstration im November 2017 für den Erhalt sozialer Einrichtungen und Bildungstätten | Foto: Sebastian Richter

Kunstaktion | Im April stapeln Grundschüler*innen Stühle hoch, Ein Zeichen, um auf den ›Raummangel an Schulen‹ aufmerksam zu machen | Foto: stefanidad

Heute sind einige Probleme gelöst, andere dazugekommen – allen voran der Raummangel. Diejenigen, die sich jetzt ärgern, gehören einer neuen Generation von starken Eltern an. Sie skandalisieren die unzumutbaren Lernsituationen: zu laut, zu eng ist es in den Schulen, viel zu viele Schüler*innen sind in ihnen untergebracht, um die guten pädagogischen Konzepte insbesondere im offenen Ganztagsbereich der Schulen überhaupt umzusetzen.

Hier schließt sich die 2007 bereits gestellte Frage wieder an: Warum wurde die Grundschule überhaupt vom Bezirk verkauft? Weil alle Berliner Bezirke eine Art Strafzins für jeden unausgelasteten Quadratmeter in ihren Liegenschaften – also in Schulen, Kitas, sozialen Einrichtungen und so weiter – an den Senat abführen mussten. Dieser Strafzins riss horrende Haushaltslöcher und führte zum rigorosen Ausverkauf der Stadt. Die Käufer der Kurt-Held-Grundschule brachten zwei der Schulgebäude kurz nach Ablauf der Spekulationsfrist (warum Spekulation nach zehn Jahren keine mehr ist, erschließt sich der Autorin nicht) auf den Markt und erhielten dafür 12,5 Millionen Euro.

Der neue Eigentümer plant kaum ein Jahr später den erneuten Verkauf. Im Kiez und im Bezirksamt wird befürchtet, dass dieser als sogenannter Share Deal stattfindet: Wer kauft, wird Hauptanteilseigner einer GmbH und spart sich die eigentlich bei Immobilienkäufen fällige Grunderwerbssteuer von sechs Prozent. Steuergeld, mit dem so mancher Kreuzberger Klassenraum lärmgedämmt, eine Turnhalle schneller fertigsaniert werden oder eine Obdachlosenunterkunft mehr Personal erhalten könnte.

Eigentum verpflichtet? Aktuell nicht einmal dann, wenn man einen von allen für alle gebauten Lernort kauft. Selbst mit Immobilien der Daseinsvorsorge kann man ganz privat Kasse machen, spekulieren und Steuern vermeiden und denen, für die es gebaut wurde, null-komma-nichts zurückgeben.

Kreuzberg, insbesondere der Wrangelkiez, sieht das anders: Vom Bildungsnetzwerk „Wrangelkiez macht Schule“ angeschoben, gingen im Oktober 2017 hunderte Kreuzberger*innen bei einem Laternenumzug für den Erhalt von sozialen Einrichtungen  auf die Straße. Der Umzug hielt vor der ehemaligen Schule und machte lautstark auf den massiven Raumbedarf aufmerksam. Am selben Ort entstand im April 2018 eine turmhohe Skulptur aus Kinderstühlen, entworfen von Grundschüler*innen der Fichtelgebirge-Schule. Sie zeigte, „dass sich Kinder beim Lernen nicht übereinander stapeln sollten“.

Start: Heinrichplatz

Gerade die soziale Infrastruktur der Kieze ist akut bedroht und steht in Konkurrenz zu Investitionen in Luxuswohnungen und Büroflächen – soziale Einrichtungen können bei Gewerbemieten mit Quadratmeterpreisen von 30 Euro und mehr nicht mithalten und finden keine neuen Räume im Kiez.

Die Nachbarschaften fordern die Rekommunalisierung der Görlitzer Straße 51 und eine gemeinsame Verhandlung über die Nutzungsmöglichkeiten der 4.330 Quadratmeter. Eine Arbeitsgruppe (AG51) aus Aktiven bei der Nachbarschaftsinitiative Bizim Kiez, dem Bildungsnetzwerk „Wrangelkiez macht Schule“ und der Regional AG SO36 sucht weitere Mitmacher*innen und überlegt gerade, wie den Forderungen Nachdruck verliehen werden soll: mit Kundgebung, Demo oder Besetzung? Der Auftakt dazu soll in jedem Fall im Rahmen des diesjährigen Laternenumzugs von Bizim Kiez am 17.11.2018 stattfinden.

Ansprechpartnerin:
Nada Bretfeld; Netzwerkstelle Wrangelkiez; 0160 – 96 76 78 27; netzwerkstelle@pfh-berlin.de

Sich informieren, mitmachen, Hilfe finden, weiterdenken

Ausschnitt von mieten- und stadtpolitische Initiativen im Kiez und in der Umgebung

 

Bizim Kiez – Unser Kiez
Die Nachbar schafts initiative mit starker Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit aus dem Wrangel kiez arbeitet auf allen Ebenen gegen Verdrängung und für einen inte grativen Kiez für alle sowie eine emanzipatorische Stadtentwicklung. bizim-kiez.de

Bündnis Zwangsräumung verhindern
Das Bündnis unterstützt Betroffene und engagiert sich für die Abschaffung von Zwangsräumungen. Veranstaltet regelmäßige Kiezversammlungen gegen Verdrängung im SO 36, Oranienstraße zwangsraeumungverhindern@ riseup.net, freitags von 10–13 Uhr: Telefon: 0152.193 387 32, berlin. zwangsraeumungverhindern.org

Deutsche Wohnen & Co enteignen
Leute vom Mietenvolksentscheid, Kotti & Co, weitere Mieterinitiativen, Mieter*innen der Deutschen Wohnen, die Interventionistische Linke und andere fordern die Enteignung großer und börsen-notierter Wohnungsunternehmen. dwenteignen.de + facebook: Deutsche Wohnen & Co Enteignen

GloReiche Nachbarschaft
Damit die Berliner Mischung

er halten bleibt: die GloReiche Nachbarschaft wendet sich gegen die Verdrängung von Anwohner*innen und Klein gewerbe im Reichen berger Kiez. Für eine soziale Stadt!
gloreiche.de

Kotti & Co
Die Mietergemeinschaft am südlichen Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg kämpft gegen Verdrängung und hohe Mieten im sozialen Wohnungsbau, für ein Recht auf Stadt für alle und gegen Rassimus.
kottiundco.net

Lause bleibt
Die Hausgemeinschaft aus politischen und künstlerischen Initiativen, NGOs, Handwerker*innen und Kreativen, Familien und Wohngemein schaften in der Lausitzer Straße 10 und 11 wehrt sich gegen ihre Verdrängung durch den Eigentümer Taekker.
lause10.de

NaGe-Netz
Lokales Netzwerk von Nachbar-schaften und Gewerbetreibende. Hier treffen sich Aktive aus den Inis in SO36 und Umgebung, um ihre Arbeit für den Schutz der Menschen zu koordinieren, die für Mieter*innen von gewerblichen Flächen und in unseren Kiezen prägend und unerlässlich sind. vernetzung@mailbox.org facebook.com/NaGe-Netz

OraNostra
Die OraNostra ist ein Verbund Kleingewerbebetreibender und Mieter*innen aus dem Ora nien-straßenkiez. oranostra@gmx.de facebook.com/OraNostraKreuzberg

WEM GEHÖRT KREUZBERG
Ein Zusammenschluss von Menschen aus dem Chamisso-, Großbeeren-, Graefekiez und Umgebung. wem-gehoert-kreuzberg.de

#besetzen
Besetzung spekulativen Leerstands – Anleitung zum Selbermachen. https://besetzen.noblogs.org

 

Eigentümerbezogene Mieter*innen-Netzwerke

Akelius Mieter*innenvernetzung
Regelmäßige Vernetzungstreffen und Beratung.

akelius-vernetzung.de/

Bündnis der Deutsche Wohnen Mieter*innen Berlin                                                                      Ein Zusammenschluss von Mieter*innen-Initiativen und Einzelpersonen aus ganz Berlin. Sie wehren sich gemeinsam gegen die Deutsche Wohnen (DW) und ihre Mietsteigerungs- und Verdrängungspolitik.
deutsche-wohnen-protest.de

Kreuzberg: BOSS&U – Mieterbündnis Otto Suhr Siedlung & Umgebung
gemeinsamgegenhohemieten@gmx.de facebook.com/OttoSuhrSiedlung

Erfolgsbeispiele des Widerstands

Auch wenn sich mensch angesichts Modernisierungsankündgung, der Kündigung, einer Mieterhöhung oder gar der Räumungsklage ohnmächtig fühlen mag, als Nachbarschaft oder Initiative organisiert, kann viel erreicht werden, das alleine kaum zu schaffen wäre.

  • Bizim-Bakkal – Gemüseladen in der Wrangelstraße
  • Gemischtwarenladen Bantelmann in der Wrangelstraße
  • Bäckerei Filou – in der Reichenberger Straße
  • Kinderladen Bande in der Oranienstraße
  • Ganesa Spätkauf in der Liegnitzer Straße
  • Änderungsschneiderei Kabacaoglu in der Oranienstraße
  • Buchladen Kisch & Co in der Oranienstraße

Auch viele Mieter*innen, wie die auf Seite 4 erwähnte Familie, aus der Lübbener Straße und zahlreiche Mieter*innen in den Häusern, bei denen gemeinsam für das kommunale Vorkaufrecht gestritten wurde, konnten durch ihren eigenen Mut und die organisierte Unterstützung und Solidarität der Nachbar*innen in ihren Wohnungen bleiben.

Auf der Suche nach der guten Mischung

TEXT: Carola Rönneburg

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will den Gewerbestandort in der Ratiborstraße 14 c–g erhalten und gleichzeitig dem Wunsch der Stadt entsprechen, dort Wohnraum für Geflüchtete zu errichten.

Im Februar 2018, nach einer Befragung der Bezirke, legte der Senat jeweils zwei Standorte pro Stadtteil für eine Bebauung mit „Modularen Unterkünften für Flüchtlinge“ (MUF) fest. Friedrichshain-Kreuzberg soll insgesamt 1.000 Geflüchtete unterbringen und hatte neben einem Grundstück an der Alten Jakobsstraße/Franz-Künstler-Straße das Gelände an der Ratiborstraße 14 benannt – zur Überraschung seiner Nutzer*innen und der Nachbarschaft, handelt es sich doch um eine Fläche, die seit Jahrzehnten vor allem von Handwerksbetrieben genutzt wird. Darüber hinaus befinden sich hier ein Wagenplatz mit 13 Bewohner*innen, eine Kita sowie der Biergarten „Jockel“.

Handwerk auf dem Ratiborgelände 2018 | Schlosserei Max Kruppa | Foto: Sebastian Richter

Zwölf der insgesamt 80 Arbeitsplätze auf dem Areal gehören zur Schlosserei Max Kruppa, die es seit 1965 an diesem Standort gibt. Inhaber Bernd Ballhause hat das Unternehmen 1980 übernommen: „In absehbarer Zeit würde ich es gern an meinen Sohn weitergeben“, sagt er. Der und ein weiterer Auszubildender sollen jetzt eigentlich bei ihm ihre Lehre beginnen – ob sie die auch in der Ratiborstraße beenden können, ist noch nicht sicher.

Dass Geflüchtete aus den provisorischen Unterbringungen herauskommen und endlich wohnen sollen, ist keine Frage auf dem Gelände. „Zusammenrücken“ war längst die Devise, seit das Grundstück im MUF-Plan auftauchte – doch wie sehr? Damit beschäftigt sich ein Planungsbüro. Es soll „eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe für die Liegenschaft“ erarbeiten.

Auf einer Informationsveranstaltung im Oktober 2018 erläuterte Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) 120 Anwohner*innen, was der Bezirk mittlerweile fraktionsübergreifend anstrebt: Der Gewerbestandort samt Wagenplatzbewohner*innen soll erhalten bleiben und zukünftig auch verdrängte Handwerker*innen aus Kreuzberg aufnehmen. Gleichzeitig solle Wohnraum nicht nur für Geflüchtete, sondern zum Beispiel auch für Studierende entstehen. Um die Gesamtzahl von 1.000 Geflüchteten zu erreichen, hat der Bezirk sogenannte Ergänzungsstandorte für deren Unterbringung ermittelt. Ob so die Ratiborstraße entlastet werden kann, hängt unter anderem davon ab, wie die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales die Pläne bewertet. Der zuständige Staatssekretär der Verwaltung, Daniel Tietze, hielt fest, dass Bauten für 300 bis 500 Geflüchtete auf dem Areal eingeplant seien. Dennoch: „Wir sind bereit zu verhandeln.“

Auf dem Gelände der Schlosserei Max Kruppa ist direkt hinter der Einfahrt eine Bauhütte eingerichtet. Mittwochs zwischen 18 und 19 Uhr können sich Nachbar*innen über die Planung informieren.

Mut zur Lücke

Zeltidyll auf der Cuvrybrache, Foto Nanette Fleig

Sitzecke Cuvrybrache, Foto Nanette Fleig

 

Autorin: Kessy/https://gentrifidingsbums.blog/

Vorspann: Berlin benötigt neue bezahlbare Wohnungen. Aber etwas Wildnis braucht es auch, damit noch Platz für Abenteuer bleibt.

Brachflächen – in Berlin jahrzehntelang ein vertrautes Bild. Grundstücke, die leer stehen, die verfallen oder als Müllkippe genutzt werden. Inzwischen sind sie immer seltener, immer mehr Menschen ziehen nach Berlin, die Stadt wird voller und enger. Wohnraum wird gebraucht, und so wird jede Lücke zugebaut. Verdichtung nennt sich das, und das unterscheidet die Stadt vom Land. In Berlin ist zudem Nachverdichtung der neue Trend: Dachgeschossausbau, Aufstockung und Bebauung der Hinterhöfe und Brachen sollen dringend benötigten Wohnraum schaffen. Das geht oft auf Kosten der Mieter*innen, die sich in Hinterhofwohnungen wiederfinden, wie es sie in den 20er-Jahren gab: ohne Licht und Luft, dicht an dicht mit den Nachbar*innen. Ein Gesamtkonzept scheint es – abgesehen von bauen, bauen, bauen – nicht zu geben. Das ist bitter, denn Freiflächen, Hinterhöfe mit leerstehenden Remisen, Ruinen und wild zugewachsene Baulücken sind nicht nur für Flora und Fauna wichtig, sondern auch für Kinder und Jugendliche. Wo sonst kann man ohne pädagogische Begleitung spielen oder Freund*innen treffen? Vielleicht mit anderen einen kleinen Skateparcours bauen, Graffitis auf verfallene Gebäude sprühen oder sich ein Baumhaus bauen?

Geräumte Cuvrybrache 2014, Foto Nanette Fleig

Sogar im Görli wird jede dunkle oder nicht einsehbare Ecke vernichtet, um Dealern das Verstecken von Drogen zu vermiesen. Das nimmt dem Park das letzte bisschen Wildnis, was doch gerade für Stadtkinder so wichtig ist. Kinder und Jugendliche bewegen sich nicht nur auf zugewiesenen Flächen, zwischen Kita, Schule und Spielplatz, sondern mitten in der Stadt! Zwischen den Häusern, auf den Straßen und Plätzen. Viele tolle Projekte entstanden auf Freiflächen: das Yaam, das sich von einer Zwischennutzung zur nächsten hangelt, das Cabuwazi mit seinen verschiedenen Zirkusstandorten oder die Prinzessinnengärten. Jede Brache ist ein potentieller Garten und noch gibt es sie, die kleinen Durchgänge, die überwucherten Orte zwischen den Häusern, die grünen Flächen im Blockkern, auf denen früher mal Häuser standen. Was den Kiez spannend macht, entwickelt sich oft ohne Plan. Leute machen interessante Sachen, wenn man sie nur lässt. Doch das dürfte bald vorbei sein, wenn jeder Fleck bebaut und betoniert ist. Vielleicht sollten wir eine Initiative für den Erhalt von Baulücken gründen. »Die Brache bleibt unser!« oder die »Baulückenbande«. Wer ist dabei?

Weltkulturerbe, Milieuschutz-Plus oder Alles muss raus?

Zahlreiche Nachbarschaften in Berlin stehen unter Druck: Die Folgen von Gentrifizierung und Finanzialisierung sind für Gewerbemieter*innen ebenso existenzbedrohend wie für Wohnungsmieter*innen.

Am Donnerstag Abend um 19 Uhr wird ein Manifest für die Bedeutung des Kleingewerbes in den Kiezen veröffentlicht, um endlich mehr Druck für diejenigen zu machen, die in unseren Kiezen so wichtig sind und überhaupt keinen Mieter*innenschutz haben: Gewerbetreibende und soziale Einrichtungen in Gewerbeflächen.

Mehr dazu hier: https://www.facebook.com/events/288890631713161

Das Kleingewerbe sitzt in der Falle! Es wird von der Immobilienwirtschaft regelrecht abgezogen. Es gibt zu wenig Gewerbeflächen und Gewerbemieten können einfach nach Belieben erhöht werden. Das führt zu massiver Verdrängung. So geht es nicht weiter!

Darum machen wir jetzt ein Manifest. Am Nachmittag vor der Abendveranstaltung produzieren wir mit Aktiven aus vielen Initiativen ein Dokument, das wir als Anklageschrift in den politischen Raum bringen wollen. Ganz frisch gemacht wird es am Abend veröffentlicht: 15. Nov. 2018 ab 19 Uhr in der Bona-Peiser-Bibliothek in der oberen Oranienstraße.

Warum? Weil wir der Meinung sind, dass wir das kiezversorgende Gewerbetreibende in der Stadt brauchen – für unsere Nachbarschaften, für die Mischung und die Kiezkultur! Diese Art von Kleingewerbe braucht Schutz und noch viel mehr brauchen es Soziale Einrichtungen, die oft in Gewerbeflächen eingemietet sind. Diese halböffentlichen Räume in EG-Flächen sind ganz wesentlich für unsere Kieze.

Drum kommt! https://www.facebook.com/events/288890631713161/

Mehr dazu auch
bei der Heinrich-Böll-Stiftung (hier kann man sich – kostenlos – anmelden),
oder bei der TAZ.

Laternenumzug gegen Verdrängung

Bringt Kleine und Große und Laternen, strahlt und funkelt!
Diesmal dabei: der Kiezdrache!

17.11.2018 um 17:00 ab Heinrichplatz

Was bringt ihn zum Leuchten? Was verleiht ihm seine Superkräfte, um sich gegen die räuberische Immobilienwirtschaft zu wehren, die uns die Wohnungen und Läden streitig machen will? Unsere Solidarität!

Der solidarische Kiezdrache strahlt in vielen Farben, spricht alle Sprachen, hat ein großes Herz und scharfe Zähne, kann sich ganz klein und ganz lang machen, und Mieterhöhungen und Kündigungen faucht er weg. Er fühlt sich besonders wohl in Kitas und sozialen Einrichtungen. Wenn sie von Verdrängung bedroht sind, fährt er seine Krallen aus. Der Kiezdrache wünscht sich mehr Platz für das Soziale, für Bildung und Betreuung. Er akzeptiert nicht, dass unsere Nachbarschaften von Renditejägern ausverkauft werden. Der Kiezdrache hängt auch in Nachbarschaftstreffs oder in seiner Stammkneipe rum, kehrt auf einen Plausch in den kleinen Läden ein, und kuschelt sich in all unseren Wohnungen gerne auf die Couch – darum kämpft er dafür, dass alle bleiben!

Mit dem Laternenumzug besuchen wir Orte, wo sich Nachbar*innen der Verdrängung widersetzen, und Orte, wo der solidarische Kiezdrache schon erfolgreich war.

Neues zum autofreien Wrangelkiez am 17.11.2018

Hallo liebe Interessierte im und am Wrangelkiez

Die Initiative Autofreier Wrangelkiez lädt auf Facebook  zu einem Kiezspaziergang ein:

„Am Samstag, den 17.11. um 14.00 Uhr, wollen wir mit euch auf einen Kiezspaziergang im Wrangelkiez gehen und gemeinsam vor Ort darüber nachdenken wie er „autofrei“ aussehen könnte. Wir orientieren uns an unserer Vision für einen autofreien Wrangelkiez (Konzept weiter unten) und suchen dafür interessante Stellen im Kiez auf. Jeder von euch bekommt eine Kiezkarte mit Nutzungsideen. Aber wir wollen auch eure Alternativen, Ideen und Bedenken diskutieren. Uns interessiert, was ihr euch an Stellen ohne Autoparkplätze vorstellt. Hochbeete? Minigärten? Lastenradstellplätze? Hunderastplätze? Leseecken? Trinkbrunnen? Geräteschuppen? Paketstationen? Spielecken? Parklets? Fahrradreparaturterminals mit Luftpumpe? Was wäre noch alles denkbar?

Wir starten um 14 Uhr vor dem Café Sofia, Wrangelstraße 93, und enden wahrscheinlich auch dort. Ihr erkennt uns auf der Straße an dem Schirm. Ihr könnt euch auch spontan anschließen, wenn ihr uns seht. Wir gehen in angepasster Geschwindigkeit. Kinder, Rollstuhlfahrer* und Senior*innen sind besonders herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf euch!

? Wrangelkiezspaziergang „Autofrei“, 17.11. 14.00 Uhr, vor dem Sofia, Wrangelstraße 93, 10997 Berlin (Kreuzberg)

? Flyer mit Kurzversion des Verkehrskonzepts runterladen (PDF): http://www.autofreierwrangelkiez.de/Flyer_web.pdf

? Ausführlichere Version des Verkehrskonzepts runterladen (PDF): http://www.autofreierwrangelkiez.de/vision.pdf

Familienreise mit besonderen Kindern

Wir freuen uns in Kooperation mit dem Deutschen Familienverband auch in diesem Jahr wieder eine 6- tägige Familienreise anzubieten.

Die Welt ist bunt, so lautet das Motto der diesjährigen Herbstreise. Zwischen Berlin und dem Spreewald liegt

der KiEZ Hölzerner See.

Dort werden die Eltern und Kinder knapp eine Woche gemeinsam verbringen können.

Die Selbsthilfegruppe im Kiezanker 36 „Özel insanlar/ Besondere Menschen“ brachte uns auf diese Idee, eine gemeinsame Reise für Eltern mit „besonderen“ Kindern, die mit geistigen oder körperlichen Behinderungen leben, zu organisieren.

Einige Familien der Selbsthilfegruppe werden an dieser Reise teilnehmen, aber auch Eltern und Kinder aus Neukölln und Charlottenburg sind dabei.

Das erste Treffen fand bereits im Kiezanker 36 statt.

Lange Nacht der Familien

Das Motto der Langen Nacht der Familien lautete in diesem Jahr:

Brücken bauen – Grenzen überwinden.

Der Kiezanker 36 öffnete an diesem Samstag ab 17.00 Uhr die Türen. Eltern und Kinder bastelten eifrig Laternen, um sich dann später in der Dunkelheit einen Weg durch den Görlitzer Park zu bahnen.

Mit Milchtüten, Transparentpapier und bunten Federn entstanden tolle Laternen, die voller Stolz von den Kindern präsentiert wurden. Bevor es dann mit unserer kleinen Wanderung durch den Park endgültig losging, stärkten sich Alle mit einer köstlichen Kürbiscremesuppe.

In der Else-Ury-Bibliothek wurde den Kindern ein Bilderbuchkino präsentiert. Die Geschichte erzählte von einem kleinen Raben, der sich einen Elefanten zum Freund auswählte. Und nicht alle waren darüber erfreut …

Mit einem Memory zur Geschichte, an dem sich alle Kinder beteiligen konnten und einer kleinen Bastelaktion endete für uns die Lange Nacht der Familien.

Wir danken Frau Zehlsdorf von der Else-Ury-Bibliothek, dass sie uns diese gemeinsame Aktion ermöglichte.

7. Kiezversammlung gegen Verdrängung

Das ist keine Veranstaltung des Kiezanker36. Wir möchten Euch aber darauf aufmerksam machen. Sie findet statt am

Dienstag, 30.10.2018, 19:30
SO 36, Oranienstraße 190, Kreuzberg

Wir wollen mehr Druck von unten! Gegen den Mietenwahnsinn, gegen vermieter- freundliche Gerichte, gegen Investoren. Gegen die Politik, die schützend ihre Hand über das Eigentum hält. Gegen Großprojekte und Start Ups, die weiterhin unsere Kiezstrukturen bedrohen.

Es bewegt sich schon einiges. Mieter*innen und Gewerbetreibende organisieren sich in ihren Häusern, Besetzer*innen wehren sich gegen Leerstand. Andere suchen For- men, wie z.B. Community Land Trust, um Häuser und Gewerbe dem Markt zu ent- ziehen.

In der Kiezversammlung wollen wir den Widerstand bestärken und verstärken. Lasst uns bei der nächsten Besetzung mit 1000 Leuten vor dem Haus stehen. Sorgen wir mit solidarischen Menschen dafür, dass Gerichte bei Mietprozessen aus allen Nähten platzen!

Auch der Google Campus in Kreuzberg erwartet weiterhin sehnsüchtig unseren Wi- derstand, um endlich leise Tschüß sagen zu können. Die kollektive Besetzung der Baustelle durch die Nachbar*innen im September war dafür ein starkes Zeichen! Lasst uns da weitermachen. Kommt zur Kiezversammlung. Bringt Genossinnen, Freunde und Nachbarinnen mit!

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V.i.S.d.P.: Liselotte Meyer, Reichenbergerstr. 12, 10999 Berlin